24. August 2026
Anlagenumzug unter Zeitdruck
Wie eine Thermoprozessanlage trotz unerwarteter Herausforderungen erfolgreich verlagert wurde
Drei Wochen. Eine komplette Thermoprozessanlage. Ein eng getakteter Zeitplan. Doch dann fällt auch noch der Hallenkran aus.
Was zunächst nach einer kaum lösbaren Herausforderung klang, wurde zu einem weiteren Beispiel dafür, was mit guter Planung, Flexibilität und einem starken Team möglich ist.
Die Ausgangslage: Ein Großprojekt mit engem Zeitfenster
Anfang Juni erreichte uns die Anfrage unserer Kollegen der BGH Edelstahl Freital GmbH. Die Aufgabe: Eine komplette, hochkomplexe Thermoprozessanlage aus den Hallen der ehemaligen Deutsche Nickel in Schwerte zu demontieren, zu verladen und bis spätestens zum 30. Juni an ihren neuen Standort zu transportieren. Für die Umsetzung blieben gerade einmal drei Wochen. Die Anlage umfasste unter anderem einen elektrisch beheizten Kammerofen mit einem maximalen Einsatzgewicht von 4.000 kg und einem Temperaturbereich von 450 bis 1.250 °C, ein 36-m³-Abschreckbecken, einen vollautomatischen Chargierer mit Zwischenablageplatz sowie das komplette Schienensystem inklusive zusätzlicher Auflageböcke. Neben der eigentlichen Demontage mussten innerhalb kürzester Zeit auch sämtliche technischen Details geklärt, die kaufmännische Abstimmung abgeschlossen und die gesamte Baustellenlogistik vorbereitet werden.
Präzise Vorbereitung trotz hoher Geschwindigkeit
Bereits wenige Tage nach Auftragseingang begann unser Team mit der Baustellenaufnahme und der detaillierten Arbeitsvorbereitung. Ab dem 8. Juni waren unsere Schlosser, Schweißer und Elektriker vor Ort, um die nächsten Schritte sorgfältig zu planen und die Demontage vorzubereiten. Noch in der Kalenderwoche 24 fiel der Startschuss für den eigentlichen Anlagenrückbau. Doch kaum hatte das Projekt begonnen, wartete bereits die erste ungeplante Herausforderung: Der vorhandene Hallenkran fiel nach wenigen Stunden vollständig aus. Ein solcher Ausfall hätte den gesamten Zeitplan gefährden können. Für das SCHLAGER-Team war jedoch klar: Jetzt zählt schnelles Handeln.
Flexibilität schafft Lösungen
Gemeinsam mit BGH wurde die Situation kurzfristig bewertet und eine alternative Lösung entwickelt. Innerhalb kürzester Zeit wurden Mobilkrane organisiert und gemeinsam mit den Experten der Firma Franz Bracht die notwendigen Maßnahmen umgesetzt. Die zusätzliche Herausforderung bedeutete zwar einen erhöhten organisatorischen Aufwand, aber das gemeinsame Ziel blieb unverändert: Die Anlage musste termingerecht auf den Weg gebracht werden. Dank der schnellen Abstimmung aller Beteiligten konnte die Demontage ohne größere Verzögerungen fortgesetzt werden.
Komplexe Logistik bis zum neuen Standort
Die Änderungen bei der Hebetechnik hatten auch Auswirkungen auf die Transportplanung. Gemeinsam mit der Spedition Bender musste die ursprüngliche Logistik kurzfristig angepasst werden: Statt der geplanten Kombination kamen zusätzliche Tieflader zum Einsatz. Trotz enger Zeitvorgaben, Straßensperrungen und anspruchsvoller Streckenführung machten sich die Schwertransporte schließlich sicher auf den Weg in Richtung BGH. Ein Projekt dieser Größenordnung erfolgreich in so kurzer Zeit umzusetzen, gelingt nur durch eines: eine enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Direkte Kommunikation, schnelle Entscheidungen und ein Team, das auch unter Druck zuverlässig arbeitet, waren entscheidend für den Erfolg.
Ein starkes Team macht den Unterschied
Unser Dank gilt allen Projektpartnern, die diesen Anlagenumzug möglich gemacht haben: der BGH Edelstahl Freital GmbH, der Spedition Bender sowie dem Team der Firma Franz Bracht für die flexible und professionelle Zusammenarbeit. Ein besonderer Dank geht an unsere operativen Teams bei SCHLAGER. An alle Schlosser, Schweißer, Elektriker und Servicetechniker, die vor Ort mit großem Einsatz, Fachwissen und Teamgeist gezeigt haben, was möglich ist, wenn alle gemeinsam anpacken.
Denn am Ende sind es die Menschen hinter dem Projekt, die aus einer anspruchsvollen Aufgabe eine erfolgreiche Umsetzung machen.
